Mit Geistern auf Reisen – Laos (1/2)

Kapitän Si gehört zur alten Schule. Bevor er in Chiang Saen an der Grenze zwischen Thailand und Laos losfährt, bringt er am Bug der „Mekong Pearl“ ein Opfer dar. Mal ein Glas Schnaps, mal einige Kugeln Reis. Auch Früchte werden regelmäßig über Bord geworfen, um die Mekonggeister zu besänftigen. Erst danach beginnt das Ufer sich zu bewegen: Bananenplantagen und riesige Bambuspflanzen ziehen vorbei, eine Herde Wasserbüffel ruht auf einer Sandbank. Die Passagiere genießen von bequemen Sonnenliegen in großzügigem Teakholz- Ambiente aus den Ausblick auf die beeindruckende Landschaft.

Foto: Ross Hillier

In der Kleinstadt Huay Xai legt das Schiff zum ersten Mal an. Der Markt weckt die Neugier: Manch ein Gast probiert frittierte Büffelhaut, andere interessieren sich für Messer aus Bombenstahl des Vietnamkriegs.

UNTERWEGS MIT ENTDECKERN

Je weiter wir ins Landesinnere vordringen, umso einsamer erscheint die Landschaft. Die Ufer ragen höher in den Himmel, einfache Bambus-Pfahlbauten deuten an den Abhängen auf Leben hin. Ab und zu kräht ein Hahn, helle Kinderstimmen sind zu hören. Der Duft von angebratenem Knoblauch zieht übers Deck. Zum Mittagessen probieren die Passagiere gekochten Fleischsalat und Wasserspinat; die europäische Light-Version der laotischen Küche an Bord kommt gut an.

Viele Gäste kennen sich aus in Asien. Sie sind keine klassischen Kreuzfahrer, sondern Entdecker, wollen mehr erfahren über das Land und seine Kultur. Reiseleiter Ben schöpft aus einem beeindruckenden Wissensschatz Antworten auf alle Fragen.

Hauptbild: Adri Berger