Kreta (2/2)

Rethymno ist Kretas drittgrößte Stadt im Norden, gilt als Klein-Venedig und zählt mit Chania zu den malerischsten Städten Kretas. In der Altstadt erhebt sich Palazzo neben Palazzo, und im Hafen erzählen eine Loggia und der Brunnen mit korinthischen Säulen davon, dass die Venezianer Kreta jahrhundertelang als strategisch günstigen Stützpunkt für ihr Handelsimperium nutzten. Auf der Promenade mit den hübschen Tavernen und Cafés direkt am Wasser lassen sich allerhand kretische Spezialitäten probieren. Vielleicht Marathópita, ein luftiges Blätterteiggebäck mit einer Füllung aus frischem, in der Pfanne mit Öl gewendeten Fenchel. Dazu passt ein Glas Tsikoudia, ein kretischer, zweimal gebrannter Raki.

Eine Stunde Fahrtzeit Richtung Osten von Rethymno und nur wenige Kilometer von der kretischen Hauptstadt Heraklion entfernt befindet sich die beeindruckendste archäologische Ausgrabungsstätte und wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Insel: Knossos. Der Palast von Knossos wurde fast 2.000 Jahre vor Christi Geburt auf einem Kalkhügel erbaut und soll einer Reihe von Königen als Wohnsitz gedient haben, die sich in der Tradition des Minos wähnten. Jenes mythischen Königs, Sohn des Zeus und der Europa, der als Begründer der minoischen Kultur gilt und vor allem durch den Minotaurus bekannt ist. Das Ungeheuer, halb Mensch, halb Stier, hielt er sich der Legende zufolge in einem Labyrinth unterhalb seines Palastes. Wer die Ausgrabungsstätte erkundet, erahnt die gigantischen Ausmaße des Herrscherhauses. 1.400 Räume erstreckten sich wohl über fünf Stockwerke. Es gab ein eigenes Palasttheater und einen großen Innenhof. In der heutigen Ruine ist der Thronsaal mit dem Stuhl aus Alabaster besonders schön, und an bunten Fresken und säulengesäumten Galerien lässt sich der Prunk der Antike erkennen.

Erholung vom Kulturprogramm bieten Kretas wundervolle Strände. An der Ostküste am Strand von Vai ruhen Sonnenanbeter unter Palmen. Genau wie im Süden am Strand von Preveli. Hier trifft ein aus dem Kouroupa-Gebirge kommender Fluss auf die Küste.

Foto: GNTO / Y. Skoulas

Hauptbild: GNTO / P. Merakos