»Italienblick« auf das Kurische Haff

Knapp 100 Kilometer lang, an der schmalsten Stelle kaum 400 Meter breit, bedeckt von riesigen, bis zu 70 Meter hohen Sanddünen, im Norden litauisch, im Süden Teil der russischen Enklave Kaliningrad – das ist die Kurische Nehrung.

Wie ein schmaler Damm trennt sie das Kurische Haff von der Ostsee. Mit ihren kilometerlangen Stränden, einer ungewöhnlichen Flora und Fauna und dem weiten Blick auf Meer und Haff ist sie seit langem ein Ziel für Naturliebhaber und Sommerurlauber. Einer der bekanntesten, dem in Nida sogar ein Museum gewidmet ist, war Tomo Manno, in Deutschland bekannt als Thomas Mann. Im Arbeitszimmer schätzte der Schriftsteller die Aussicht auf das Haff als seinen »Italienblick«. Neben traumhaften Badestränden – absolut einsam oder mit kleinen Restaurants und Beachvolleyball-Feldern – finden sich ausgedehnte Kiefernwälder und kleine Ortschaften mit bunten Holzhäusern. Erreichbar ist die Kurische Nehrung über die Hafenstadt Klaipeda. Von dort geht es in zehn Minuten per Fähre auf die Halbinsel – mit oder ohne Auto. Wer Klaipeda nicht auf dem Landweg ansteuert, genießt die 21 Stunden Seefahrt mit der Fähre aus Kiel.