Im Urlaub mal die Pausentaste drücken

Nachhaltiges Reisen ist nicht neu. Lange bevor der organisierte Tourismus Ende des 19. Jahrhunderts entstand, sind Reisende in die Kultur anderer Länder eingetaucht, haben die gleichen Unterkünfte wie Einheimische bewohnt, das Gleiche gegessen und die gleichen Fortbewegungsmittel genutzt – auch wenn es nur ein Esel war. Heute geht es beim nachhaltigen Reisen wieder um bewusstes Erleben, um Achtsamkeit, um Qualität und nicht um Quantität. Niemand ist gezwungen, Hotspots des Massentourismus zu besuchen oder alle Fotomotive abzuklappern, die schon auf Milliarden Handys gespeichert sind. »Picture or it didn’t happen« ist ein schlechter Rat. Einfach mal die Pausentaste drücken, Momente genießen, Begegnungen zulassen und innere Ruhe finden. Das muss kein Yoga-Retreat sein, beim Wandern in den Bergen oder in einer Stadtwohnung kann es genauso gelingen, abseits von Urlaubermassen Orte so zu erleben wie die Bewohner. Dann wird man auch nachhaltiger konsumieren, auf dem Markt lokale Produkte kaufen, in der Ferienwohnung kochen oder mit den Einheimischen in ihrem Stammlokal sitzen – das ist dann ein klein wenig so, wie Reisen vor zweihundert Jahren!