»Durch die geheimen Gemächer der Natur«

Er gilt als Deutschlands schönster Wanderweg: der Malerweg in der Sächsischen Schweiz. Über 112 Kilometer und 4.000 Höhenmeter folgt er dem schwarzen M auf weißem Grund durch die schönsten Ecken der Nationalparkregion Elbsandsteingebirge. Schon die erste, über elf Kilometer lange Etappe von Liebethal bis Wehlen ist eine abwechslungsreiche, vierstündige Tour: Ein Zauberwald mit üppigem, dichten Grün, neben dem Weg plätschert die Weesenitz über grünbewachsene Steine. Kein Wunder, dass der Komponist Richard Wagner sich hier inspiriert fühlte und einst an der alten Lochmühle die ersten Ideen für den Lohengrin zu Papier brachte . Nach einer Phase mit Feldern, Wäldern und sanften Hügeln folgt zum Abschluss das dramatische Finale dieser Etappe: der Uttewalde Grund. Ein abenteuerlicher Abstieg über Wurzeln und Steine führt hinab zur Weesenitz, die hier eine tiefe Klamm aus dem Sandstein gewaschen hat. »Wir stoßen in die geheimen Gemächer der Natur vor, von ihr ausgeschmückt in der wildesten Launenhaftigkeit« – so schön beschreibt 1842 die englische Schriftstellerin und Frankenstein-Erfinderin Mary Shelley die Durchquerung dieses Grundes.

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