Unbekanntes Wales

„Hidden Wales“, das immer noch unentdeckte kleine Land an Großbritanniens Westküste – abseits üblicher Touristentrends – erfüllt durch seine landschaftliche Vielfalt und seinen ursprünglichen Charme vielerlei Urlaubsträume.

Im Norden beeindruckt die prächtige Bergwelt im Snowdonia Nationalpark mit tiefblauen Gebirgsseen und hohen Gipfeln, wie dem Mount Snowdon. Neben den majestätischen Burgen König Eduards I. ist auch der Llangollen Kanal ein Highlight und UNESCO Weltkulturerbe. Auf ihm schippern die bunten Kanalboote in schwindelerregender Höhe über das Pontcysyllte Aquädukt. Eine spannende Szenerie bietet auch der Brecon Beacons Nationalpark mit sattgrünen Wiesen und sanften Hängen – weißgetupft mit unzähligen Schafen – mit dunklen Wäldern, Schluchten und Wasserfällen. Im Pembrokeshire Coast Nationalpark begeistert die eindrucksvolle Steilküste mit ihren Höhlen, einsamen Buchten und herrlichen Stränden.

Wales ist überspannt mit einem weiten Himmel und gesäumt von einer atemberaubenden, kilometerlangen Küste. Kleine Marktstädtchen, verträumte Dörfer und viktorianische Seebäder beleben die Landschaft. Jahrhunderte christlicher Tradition haben eine reiche Kultur geschaffen, mit herrlichen Bauwerken wie Kirchen, Abteien und Klosteranlagen, darunter auch die kleinste Stadt Großbritanniens, St Davids, mit der größten Kathedrale von Wales.

Auch literarisch bietet Wales Ungewöhnliches, wie das erste Bücherdorf Hay-on-Wye mit rund 40 Antiquariaten, mit Büchern unter freiem Himmel und einem alljährlichen bedeutenden Festival, das schon der Ex-US-Präsident Bill Clinton “Woodstock des Geistes“ nannte. Oder das verschlafene Laugharne, an einer idyllischen Flussmündung gelegen, in dem Dylan Thomas, der größte Dichter den das kleine Wales hervorgebracht hat, seine herrlichen Gedichte und Geschichten verfasst hat.

Wales hat eine uralte Seele und viele mythische Geschichten. War König Artus Waliser? Viele Spuren verweisen auf den legendären Helden und seinen Berater, den Zauberer Merlin. Auch das Walisische, eine der ältesten lebenden Sprachen Europas, gibt dem Land seine besondere Identität.

Croeso i Gymru – Willkommen in Wales!

Igam Ogam - im Zickzack durch Wales

Der Wales Way

Wales gilt als Geheimtipp unter Kennern des Vereinigten Königreichs. Nicht nur ist es einer der grünsten Landstriche, auch die viele hundert kilometerlange Küste mit ihren schroffen Klippen, mit den kleinen Buchten und endlos langen Sandstränden, dem weiten Marschland, winzigen Häfen und Dörfern fasziniert. Wales beeindruckt vor allem aber durch seine atemberaubenden und abwechslungsreichen Landschaften und durch viel Einsamkeit.

Seit diesem Jahr erleichtert der neue „Wales Way“ Urlaubern die Naturschönheiten des Landes zu entdecken. Auf drei Autorouten entlang der Küsten und durch das bergig grüne Hinterland lassen sich so die unterschiedlichen Landstriche, Orte und historischen Sehenswürdigkeiten ganz individuell erkunden.

Man sagt, die schönsten Autostrecken dieser Welt seien Küstenstraßen. Der „Coastal Way“ führt entlang der gesamten Cardigan Bay an der Westküste – eine spektakuläre 290 km lange Route zwischen dem blauen Meer auf der einen und den hoch aufragenden Bergen auf der anderen Seite. Die beiden Endpunkte – Aberdaron an der Spitze der Halbinsel Llŷn und St Davids am südwestlichsten Punkt von Wales – sind historische Pilgerorte.

Der „North Wales Way“ hingegen folgt der alten Handelsstraße an der Nordküste, von der englischen Grenze bis auf die Insel Anglesey. Entlang der 120 km langen Strecke liegen nicht nur hübsche Küstenorte, Seebäder und eindrucksvolle Burgen, sie ist auch Ausgangspunkt für herrliche Ausflüge in die Täler von Clywd und Conwy, in die Berge Snowdonias, zur Menai Strait und auf die größte Insel Anglesey.

Schließlich der „Cambrian Way“, der auf 300 km Länge der Landstraße A470 folgt – quer durchs Land, vom viktorianischen Seebad Llandudno im Norden bis in die weltoffene und kosmopolitische Metropole Cardiff im Süden.

Die drei beschilderten Routen können ideal auf kürzeren Touren erkundet oder für längere Abenteuer miteinander kombiniert werden, sodass sich Wales-Reisende ihre ganz individuelle Reiseroute nach Lust und Laune selbst zusammenstellen können. Auf Walisisch nennt man das igam ogam – also „Schritt für Schritt“ oder „im Zickzack“ die persönlichen Lieblingsplätze entdecken. Und das sind schließlich immer die besten, oder?

Land der Burgen

Stolz sind die Waliser auf ihre Geschichte und ihre unzähligen Burgen und Schlösser – mehr als 600 an der Zahl und so viele, wie in keinem anderen Land mit dieser Fläche. Es gibt sie in allen Größen und Formen; als furchteinflößende Ritterburg und als Ruine, als Märchenschloss, Residenz oder Herrenhaus, und in jedem dieser ehrwürdigen Gemäuer, mit einer oft jahrtausendealten Vergangenheit, ruht Sehenswertes.

Kunstvoll verzierte Decken und Wände schmücken das eine oder andere Castle, es gibt gotische oder viktorianische Hallen zu bewundern und Türme, die atemberaubende Ausblicke über Land und Meer oder einen riesigen Burggraben bieten.

Die mächtigen Burgen sind steinerne Zeugen der bewegten Vergangenheit Wales‘ mit sagenumwobenen Geschichten. König Eduard I. war ständig in Kämpfe verstrickt und ließ in nur 20 Jahren zehn Festungen als „eisernen Ring“ errichten, darunter vier Burgen, deren Bauweise in jener Zeit als bahnbrechend galt. Sie sind selbst heute noch, über 700 Jahre später, so eindrucksvoll, dass sie zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Darunter Caernarfon Castle, Zeuge furchterregender Schlachten, imponiert mit seinen gigantischen vieleckigen Türmen und dicken Mauern, war uneinnehmbar und Geburtsort des ersten Prince of Wales (1284). Harlech, eine gigantische Festung, hoch oben auf einer Klippe, lag einst direkt am tosenden Meer und war daher unbezwingbar. Oder Conwy, die mittelalterliche Burg, die heute noch das kleine Städtchen dominiert und mit ihren 21 Türmen zu den schönsten in Europa gehört.

Der Maler William Turner ließ sich von der markanten Silhouette von Carreg Cennen Castle zu einem Gemälde inspirieren, Castell Coch – die rote Burg – scheint aus dem Märchenbuch erstanden, als Sommersitz des reichen Marquis von Bute. Caerphilly Castle, nach Windsor Castle die zweitgrößte Burg Großbritanniens, war häufig Filmkulisse und bekannt für ihre mächtigen Mauern und den „schiefen Turm“, der stärker geneigt ist, als der in Pisa.
Bewohnt ist bis heute Chirk Castle, 1310 fertiggestellt und die letzte walisische Burg aus der Zeit von König Eduard I. Der Glanz und die Pracht ihrer 700-jährigen Geschichte ist mindestens so eindrucksvoll, wie die wundervollen Gärten von Powis Castle, erbaut von einem walisischen Prinzen im 13. Jahrhundert. Die 300 Jahre alte gigantische Eiben-Hecke lässt seine Betrachter erstaunen.

Ein Großteil der stattlichen Burgen, Schlösser und Herrenhäuser inmitten traumhafter Park- und Gartenanlagen werden vom National Trust und von Cadw, der walisischen Organisation zur Denkmalpflege, verwaltet.

Cardiff – die walisische Hauptstadt

Cardiff ist eine von Großbritanniens grünsten Städten – eine kleine Metropole mit großem Flair. Für einen Besuch ist jede Jahreszeit geeignet, um den ganzen Zauber der lebendigen Stadt zu spüren.

Wie überall im Land empfängt der rote Drache die Besucher. Er ist seit 2.000 Jahren das Wahrzeichen von Wales und ziert auch die Nationalflagge. Tradition und Moderne begegnen einem auf Schritt und Tritt in dieser pulsierenden jungen Hauptstadt, die im 19. Jahrhundert vom Kohlenbergbau lebte, wie auch der damals reichste Mann der Welt, der 3. Marquis von Bute. Er ließ auf den Mauerresten einer ehemaligen römischen Festung und rund um die Ruine einer normannischen Burg ein prunkvolles Märchenschloss inmitten der Stadt errichten. Der angrenzende Bute Park ist das grüne Herz Cardiffs. Unweit hiervon das National Museum mit Kunstgalerie, die über die größte Gemäldesammlung der Impressionisten außerhalb von Paris verfügt.

Als Kontrast zum attraktiven, historischen Stadtkern mit seinen vielen wunderschönen viktorianischen Arkaden voll kleiner Boutiquen, Cafés und hübscher Läden, sind die modernen Shoppingmalls mit internationalen Modelabels sowie das gigantische Principality Stadium. Cardiff ist eine charmante Stadt mit angesagten Restaurants, die sich ideal zu Fuß erkunden lässt.

Nicht weit vom Zentrum entfernt liegt die moderne Cardiff Bay – ein 200 ha großer Süßwassersee am Bristol Channel, mit eindrucksvoller neu gestalteter Architektur. Vor allem das Kulturzentrum „Wales Millennium Centre“ mit seinem imposanten bronzefarbenen Dach und der gigantischen Inschrift ist eindrucksvoll. Es dient als Theater- und Opernbühne, für Konzerte und Ausstellungen. In direkter Nachbarschaft steht das elegante und ungewöhnliche Gebäude „The Senedd“ – Sitz der walisischen Nationalversammlung.

Cardiffs Charakter ist vielfältig, international und weltoffen. Die Stadt bietet sich für einen reinen Städtetrip genauso an, wie auch als Ausgangspunkt für eine längere Wales-Reise oder Ausflüge in die nähere Umgebung. Vor den Toren der Stadt liegen sowohl das grüne Vale of Glamorgan mit der Glamorgan Heritage Coast, als auch der Brecon Beacons Nationalpark. Die landschaftlichen Schönheiten der Stadt und der Region kann man auch ganz beschaulich erleben, zum Beispiel auf einer Radtour auf dem Taff Trail, der in der Cardiff Bay startet und bis in das kleine Marktstädtchen Brecon am nördlichen Rand des Nationalparks führt.

Wanderbares Wales

Wales ist ein kleines Land mit großem Sinn für sportliche Aktivitäten. Besonders Wandern steht hoch im Kurs und es gibt fast keine schönere Art und Weise, diese überaus abwechslungsreiche Landschaft auf unterschiedlichen Touren und Spaziergängen zu erkunden.

Da wäre beispielsweise der ultimative Küstenwanderweg, der Wales Coast Path. Er umrundet auf insgesamt 1.400 Kilometern die gesamte Küste des Landes, als erster zusammenhängender Küstenweg seiner Art weltweit. Der Wanderweg führt hoch über raue Steilküsten, durch Moorgebiete, über Landzungen, in Fischerhäfen und kleine Dörfer, zu goldgelben Stränden und etwa 230 Buchten. Im Blick nicht nur die rund 50 Inseln, sondern auch unzählige verschiedene Vogelarten, Seehunde, Schweinswale oder Delfine, die sich vor der Küste tummeln. Der Wales Coast Path lässt sich ideal in Teilstrecken erlaufen, ganz egal ob Sie drei oder 30 Kilometer wandern möchten.

Weite Landschaften kommen in Wales ganz groß raus. Ein Fünftel des Landes sind Nationalparks und Wales hat zudem fünf Gebiete von außerordentlicher Naturschönheit. Neben den Klassikern, wie die Bergwelt Snowdonias oder der Küstennationalpark Pembrokeshire, laden auch weniger bekannte Regionen dazu ein, erwandert zu werden. Absolute Abgeschiedenheit findet man beispielsweise in den sattgrünen Bergzügen der Cambrian Mountains in Mittelwales, mit ihren düsteren Hochmooren, Seen und riesigen Reservoiren über denen Rotmilane kreisen.

Der Offa’s Dyke Path ist ein wunderschöner Langstreckenwanderweg von Nord nach Süd. Er verläuft entlang der ehemaligen Grenze zwischen Wales und England durch hübsche kleine Dörfer, Marktstädtchen und liebliche Landschaften, über Farn bewachsene Anhöhen auf denen wilde Ponys grasen, an Bachläufen oder alten Kanälen entlang und vorbei an alten Abteien oder stattlichen Castles und Herrenhäusern.

Im Wye Valley bewunderte bereits William Woodsworth die „bewaldeten Berghänge, hohen Felswände und idyllisch grünen Landschaften“. William Turner verewigte sie in seinen Gemälden, wie auch Tintern Abbey. Das Kloster, das im Jahre 1131 von Zisterziensermönchen gegründet wurde – ein Meisterwerk gotischer Architektur – wurde 1794 von ihm gemalt.

Wales ist einfach wie gemacht für jegliche Art an Aktivitäten im Freien – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Mountainbike, im Pferdesattel oder auf und im Meer.

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